Kunststoffgebundene NdFeB

Kunststoffgebundene NdFeB-MagneteDie kunststoffgebundenen NdFeB Dauermagnetwerkstoffe entstehen aus rasch erstarrtem NdFeB Pulver und aus unterschiedlichen thermoplastischen Kunststoffen. Das isotrope, rasch erstarrte NdFeB-Pulver, wird nach dem von Magnequench entwickeltem Verfahren (MQ1) hergestellt. Die magnetischen Eigenschaften von kunststoffgebundenen NdFeB Dauermagneten fallen geringer aus, als die der bekannten NdFeB Werkstoffe, Hintergrund ist hier die Nutzung von Thermoplasten als Füllwerkstoff. Der Vorteil der sich durch diese Methodik ergibt ist die freie Formgestaltung der finalen Magnete, denn diese müssen nicht aus einem Block oder Zylinder herausgearbeitet werden, sondern können mittels bekannten Verfahren aus der Kunststofftechnologie hergestellt werden. Die magnetischen Eigenschaften lassen sich hingegen durch das eingesetzt Magnetpulver und dem verwendeten Thermoplasten steuern.

Zur Herstellung werden zweierlei Verfahren angewendet:

  1. Pressverfahren
    Hier wird das Kunststoffgranulat vorgemischt (Compound-Vorbereitung) und anschließend axial in Werkzeuge unter Druck in die entsprechenden Formen gepresst. In den meisten Fällen ist eine weitere mechanische Nacharbeitung nicht mehr erforderlich. Im Vergleich zu den gespritzten Magneten führt der hohe Anteil des NdFeB-Pulvers zu deutlich höheren magnetischen Werten. Außerdem sind die dafür verwendeten Werkzeuge einfacher und preisgünstiger.
  2. Spritzgussverfahren
    Dieses Verfahren kann mit oder ohne Einwirkung eines magnetischen Orientierungsfeldes erfolgen. Die gespritzten Magnete sind typische Verbundwerkstoffe, die durch Einbettung von NdFeB-Pulverteile in thermoplastische Kunstoffen entstehen. Der wesentliche Vorteil ist die Möglichkeit den Magneten direkt auf andere Bauteile oder Komponenten aufzuspritzen.